Wie und womit du eine Infografik erstellst, die viral geht

Auch wenn das Wort Infografik ziemlich neu ist, gibt es die Idee Informationen bildlich zu verpacken schon lange. Sowohl Höhlenmenschen, als auch die Ägypter nutzten diese Art der Kommunikation.
Die Art Erkenntnisse darzustellen hat sich zwar schnell geändert, allerdings nehmen wir Informationen immer noch am besten visuell auf. Der Mix aus visuellem Storytelling, gespickt mit Informationen ist einfach ansprechend.

Jedoch reicht es nicht mehr aus, einfach eine Infografik in deinem Blog zu haben. Sie muss gut sein. Sie muss besser sein als die von deinem Mitbewerber. Wie genau du das hinbekommst und worauf du achten musst zeige ich dir hier.

 

Informationen bleiben in Erinnerung

 

Was ist eine Infografik

Eine gute Infografik stellt Informationen vereinfacht dar. Auch langweilige Themen können mit der Hilfe von Infografiken ansehnlich dargestellt und somit einfacher konsumiert werden. Das Benutzen von Infografiken wertet jeden Blog auf. Sie geben den Besucher deiner Seite einen enormen Mehrwert. Allerdings müssen sie professionell gemacht sein.

Ein Screenshot von Excel oder ClipArt von Microsoft Word sind keine Infografik. Gute Infografiken zu erstellen ist schwer, keine Frage. Es gibt jedoch ausreichend Tools, welche ich später noch vorstellen werde. Außerdem kannst du dich dazu entscheiden das Erstellen von Freelancern durchführen zu lassen.

Was eine gute Infografik ausmacht

1. Die Info’s erzählen die Geschichte – nicht anders herum

Natürlich ist Storytelling wichtig. Die Infografik muss deine Zielgruppe packen und sie dann mitnehmen. Damit die Informationen, die du verwenden willst das auch erreichen, sollten sie drei Kriterien erfüllen:

 

  1. Sie müssen unwiderstehlich sein, deine Zielgruppe braucht diese Infos
  2. Deine Infos müssen glaubhaft sein. Nutze gute Quellen und gib diese an
  3. Sie müssen kontrovers sein, das regt die Diskussionen an

 

Wenn du eine Infografik erstellst, die deine Zielgruppe interessiert, fundiert und kontrovers ist, dann wird sie viral gehen. Du gewinnst dann nicht nur neue Besucher für deinen Blog, sondern auch reichlich Glaubwürdigkeit und Einfluss. Du baust deine Positionierung zum Experten aus.

2. Du weißt was du erreichen willst und kennst deine Zielgruppe

Du solltest deine Zielgruppe genauestens kennen und die Absichten deiner Infografik klar definieren.

  • Was sind die Probleme die sie beschäftigen?
  • Wie kannst du Ihnen einen Mehrwert bieten?
  • Was willst du mit deiner Infografik eigentlich erreichen?
  • Wenn jemand deine Infografik bis zum Ende durchgelesen hat, was möchtest du ihnen mit auf den Weg geben?
  • Was sollen sie anschließend machen?
  • Was sagen deine Statistiken und Daten über deine Zielgruppe aus? (Analytics etc.)

 

Mit jeder Information lernst du deinen Kunden besser kennen

 

All das sind Fragen, die du dir stellen musst, bevor du überhaupt anfängst die Infografik zu erstellen. Wenn du es schaffst den Leser zum Nachdenken anzuregen, hast du alles erreicht. Du musst dem Leser einen „kleinen Mann“ in den Kopf setzen, der Ihn immer wieder mit der Problematik konfrontiert… genau wie das Männchen bei Lammbock.

 

3. Du brauchst einen roten Faden

Es kommt nicht darauf an wie viel Informationen du in deiner Infografik verpackst. Du brauchst einen roten Faden. Deine Leser konsumieren jeden Tag verdammt viel Content. Nur mit einer ansprechenden Einleitung, einem Hauptteil und einem Ende, welches im Kopf bleibt, kannst du deinen Leser dazu bringen deinen Content zu konsumieren.

Oftmals wird eine Infografik in einem Blogpost eingebettet. Vergiss jedoch nicht, dass man deine Grafik auch ohne Zusammenhang verstehen können muss. Hier ein paar Ideen, wie du am Anfange das Interesse wecken kannst:

  • Du denkst bestimmt „Thema“ klappt nicht – wieso es doch funktioniert findest du hier
  • „Thema“ darf man nicht? Hier findest du wieso du es musst!
  • Du denkst „Thema“ ist okay? Wieso du es lassen solltest findest du hier
  • Was „Thema“ und „Einhörner“ gemeinsam haben – Humor klappt immer 🙂

 

4. Aus komplex wird einfach

Wie bereits anfangs erwähnt, ist dass die Hauptaufgabe einer Infografik. Wenn du deine Quellen gefunden, und eine Story kreiert hast, geht es darum die Informationen ansprechend zu verpacken. Durch die Vereinfachung erhöht sich deine potentielle Zielgruppe.

Packe die Infos nicht einfach in eine Excel Tabelle oder mach Screenshots von Balkendiagrammen

Darum geht es bei Infografiken nicht. Du musst die Informationen aus den Kästchen eine Tabelle befreien und so verpacken, dass versteckte Trends und Hauptpunkte sichtbar gemacht werden. Nutze Typografie, Bilder, Formen und Farben, um den roten Faden zu unterstützen.

Es geht nicht nur darum die Informationen schön darzustellen, sondern verständlich zu machen. Oder anders gesagt: Dass eine Infografik hübsch aussieht, ist eine Grundvoraussetzung.

 

5. Gib deiner Infografik eine Struktur

Die Struktur bestimmt die Anordnung der Daten, kontrolliert wo der Leser wann hinschaut und sorgt somit dafür dass die Informationen zur richtigen Zeit „abgespielt“ werden. Während du die Struktur erarbeitest, stelle dir immer die Frage, ob die Anordnung der Informationen das Verstehen vereinfacht. Design ist wichtig, komme aber nicht auf die Idee dem Design eine höhere Priorität als der Struktur zu geben.

Eine #Infografik die man sich ins Wohnzimmer hängen kann, aber keiner versteht ist wertlosClick To Tweet

Allerdings ist eine Infografik, die jeder versteht aber scheiße aussieht, keine Infografik sondern eine Aneinanderreihung von Daten. Bei der Struktur gilt also:

  • sie vereinfacht
  • hilft beim Verstehen
  • deckt Trends auf
  • und verdeutlicht Hauptpunkte

7. Promote deine Infografiken aktiv

Wie bei jeder Form von Content ist es mit dem Erstellen natürlich noch nicht getan. Du musst das Rad zum Laufen bringen. Du kannst die schönste und wertvollste Infografik haben, musst allerdings genauso viel (wenn nicht sogar mehr) Arbeit in die Verbreitung stecken. Genau wie dein deinen „normalen“ Blogposts.

 

Infografik promoten durch Social Media

 

Als erstes Teilst du sie natürlich über deine Social Media Kanäle. Easy. Dann solltest du überlegen ob es sich lohnt deine Infografik als Werbung zu schalten. Wenn du schon so viel Zeit in das Erstellen gesteckt hast, musst du das Beste daraus machen. Analysiere auf welche Social Media Plattform sich deine Zielgruppe am meisten aufhält. Dann schaltest du dort eine Werbeanzeige, die zu deiner Infografik führt. Mache genau klar, welchen Mehrwert du bietest. Anschließend analysierst du die Performance deiner Anzeige und optimierst sie um die CTR (Click through Rate) zu verbessern.

Schalte die Anzeige so lange, bis sich die Infografik durch teilen von selbst verbreitet

8. Behalte den Fokus

Man schweift schnell ab. Bei der Planung oder bei dem eigentlichen Erstellen kommen einen immer neu Ideen. Man findet weitere Quellen und Informationen die sinnvoll sein könnten. 

Verliere nicht den Fokus. Eine Infografik ist keine Ansammlung von möglichst viele Daten. Konzentriere dich stattdessen auf ein Thema und verwerte nur Informationen die deine Hauptquellen sinnvoll ergänzen.

9. Achte auf die richtige Größe

Infografiken sind größer als Bilder. Man muss bei den meisten nach unten scrollen um den gesamten Inhalt zu sehen. Das gibt deinen Lesern auch wieder das Gefühl des „Storytellings“. Man weiß nicht von Anfang an, was einen erwartet.
Deswegen ist der rote Faden auch so wichtig. Als Richtlinie solltest du dir ca. 8000 Pixel in der Länge setzten.

Denke daran, dass nicht jeder deine Leser eine Top Internetverbindung hat. Wird deine Infografik zu groß, lädt sie zu Lange.
Darauf hat keiner Bock und die Leute verlassen deine Seite bevor sie die Infografik überhaupt gesehen haben. Hier sind 1.5 mb ein Wert, an dem du dich orientieren kannst.

10. Whitespace und Branding

Mit dem Whitespace verhält es sich nicht anders als in deinem Blog. Whitespace hilft den Inhalt aufzubrechen. Das erleichtert das Konsumieren. Man fühlt sich nicht so erschlagen. Achte also darauf, dass die Informationen nicht zu komprimiert dargestellt werden.

Des Weiteren solltest du klar machen, dass du der Ersteller der Infografik bist. Platziere dein Logo in der Infografik. Nicht zu aufdringlich, aber gut sichtbar.

 

Wieso Infografiken geteilt werden

Das hängt mit der Art wie wir konsumieren zusammen. Wir werden mit Content überflutet, und haben immer weniger Zeit. Heutzutage erhalten wir jeden Tag 5x mehr Informationen als im Jahre 1986. Mehr Info’s, weniger Zeit – ein Zielkonflikt. Die Lösung: Infografiken. Ich möchte das anhand einiger Statistiken noch weiter verdeutlichen.

  • Die Nutzung von visueller Information im Netz ist seit 2007 um fast 10.000% gestiegen
  • 50% unseres Gehirns ist mit der Verarbeitung von visuellem beschäftigt
  • 70% unserer Sinnesrezeptoren sitzen im Auge
  • Wir brauchen nur 250ms um ein Symbol zu erkennen und ihm eine Bedeutung zuzuschreiben
  • Infografiken erhöhen die Bereitschaft zu lesen um 80%
  • Menschen erinnern sich an 20% was sie gelesen haben, aber an 80% was sie gesehen haben
Es ist 40x wahrscheinlicher, dass #visueller Content geteilt wird, als TextClick To Tweet

Gründe, weshalb deine Infografik sch… ist

Wenn du eine Infografik erstellt und sie fleißig verbreitet hast, sie aber kaum geteilt wird, musst du was ändern. Schau erst mal ob du dich an die oben genannten Punkte gehalten hast. Wenn du das mit „Ja“ beantworten kannst, hast du wahrscheinlich einen der folgenden Fehler begangen:

1. Du promotest dein Produkt

Niemand mag Werbung. Falls du deine Verkaufsbroschüre einfach nur in eine Infografik umgewandelt hast, brauchst du dich nicht wundern. Selbstbeweihräucherung kommt nie gut an.

2. Du klaust

Du hast irgendwo eine schöne Infografik gefunden und veränderst nur das Design. Gerade wenn du in einer Nische unterwegs bist, sollte das Original bereits bekannt sein. Damit schneidest du dir nur ins eigene Fleisch. Was du allerdings „klauen“ kannst, ist ein gutes Design. Lass dich von anderen Infografiken inspirieren und übernehme Elemente.

 

Inboundmonster und sein Fake Bruder

Kopien sind nie so gut wie das Original

 

3. Du bist zu oberflächlich

Wenn du mit deiner Infografik nur die Spitze des Eisbergs darstellst, lieferst du kaum Mehrwert. Deine Zielgruppe kennt sich schon mit dem Thema aus… zumindest ein wenig. Beim Lesen müssen sie neue Erkenntnisse erlangen. Deine Infografik muss einen „Aha“- Effekt hervorheben.

4. Du kommst nicht zum Punkt

Du redest nur um den heißen Brei herum oder stellst Informationen dar, die Allgemeinwissen sind. Die Infografik ist für deine Zielgruppe, mach dir also klar was Sie schon wissen. Wenn du nur bekannte Infos verwendest, verliert deine Zielgruppe schnell das Interesse. Oder um es mit den Worten von Thomas Doll zu sagen: „Das ist doch alles bla bla bla“

5. Das Design

Der Wahrscheinlich häufigste Fehler. Wenn du mit designen noch gar keine Erfahrungen gemacht hast, wird es für dich fast unmöglich eine ansprechende Infografik ohne Tools zu erstellen. Die häufigsten Fehler sind

  • schlechte Grafiken
  • zu viele Schriftarten
  • falsche Farbwahl
  • schwer lesbar

Die Farben müssen harmonieren

Die Farben müssen miteinander harmonieren

Wie die überprüfen kannst, ob du eine gute Infografik erstellt hast

Nachdem du deine Infografik geplant, erstellt und verbreitet hast, solltest du deinen Erfolg messen. Bei jeder Infografik die du erstellst, solltest du dies tun. Nur so kannst du besser werden und lernst kennen, was deiner Zielgruppe gefällt.

  • Schau dir die Anzahl der Shares an
  • Wie viele Leute sind auf deiner Website geblieben?
  • Hast du eine Diskussion angefacht?
  • Gibt es Leute die deine Infografik nicht zustimmen?
  • Hast du Backlinks gesammelt?
  • Führe eine Bild Rückwärtssuche durch, so siehst du ob deine Infografik  oft verwendet wird

All das sind Anzeichen für eine gute Infografik. Was das ungefragte verwenden deiner Infografik angeht, solltest du es sportlich sehen. Statt mit einer Anzeige wegen Copyrightverletzungen zu drohen, frag lieber höflich nach einem Backlink um dein Ranking zu verbessern.

Infografik Tools

Um dir das Erstellen etwas zu erleichtern, möchte ich dir hier 6 Tools vorstellen. Wie bei den meisten Online Tools, wird dir entweder eine kostenlose Testversion für einen bestimmten Zeitraum angeboten, oder dir wird eine abgespeckte Version zur Verfügung gestellt. Das reicht aus um dich mit den Tools vertraut zu machen. Dann solltest du allerdings in eine Vollversionen investieren um hochwertige Infografiken erstellen zu können.

1. Canva

Canva ist das beliebteste Online Tool, wenn es um Infografiken geht. Du findest dich direkt zurecht und kannst dank der vielen Vorlagen sofort loslegen. Das geniale an Canva ist, dass jede erstellte Infografik der Community zur Verfügung gestellt wird. So entstehen immer neue Templates. Mit dem einfachen Drag&Drop System solltest du keine Schwierigkeiten haben. Es macht einfach Spaß mit den vielen Schriftarten und Bildern auszuprobieren.

2. Infogram

Infogram bietet sich besonders an, wenn deine Infografiken stark auf Zahlen beruhen. Diese lassen sich mit diesem Tool optimal darstellen, ohne „nur“ ein Balken- oder Strichdiagramm zu sein. Die Infografiken haben ein „responsive“ Design, passen sich also dem jeweiligen Endgerät an.

3. Venngage

Venngage verspricht dir eine Infografik in nur drei einfachen Schritten. Die angebotenen Vorlagen sind top und du kannst Karten, verschiedene Grafiken sowie Symbole einfügen. Wenn du individueller werden möchtest, liefert Venngage ein Tool mit dem du deine eigenen Designs erstellen kannst.

4. Piktochart

Piktochart’s Designer haben über fünfhundert Vorlagen für dich erstellt. Diese werden wöchentlich aktualisiert und es kommen neue hinzu. Du musst dich also nur um den Content kümmern und die Grafiken aus der eigenen Datenbank hinzufügen, anpassen und gegebenenfalls zuschneiden.

5. Visme

Visme geht einen Schritt weiter als seine Konkurrenten. Diese Tool animiert deine Infografik. Die Animationen passen sich der Lesegeschwindigkeit an. Das heißt, sie werden erst durch scrollen ausgelöst. So verpasst der Leser keine Animation und hat sogar „Filmelemente“ in seiner Infografik.

6. Visually

Wenn du mit diesen Tools nicht zufrieden bist und viel Wert auf eigene Designs legst, musst du dir Visually anschauen. Es ist eigentlich kein Tool, sondern eine Plattform für Freelancer. Visually hat seine Freelancer selbst ausgewählt und stellt dir über 1.000 Partner zur Verfügung.

 

Fazit – Es lohnt sich!

Einen Mehrwert zu bieten, der auch noch gut aussieht ist schwer. Denke immer daran, dass du den Content für deine Zielgruppe erstellst, nicht für dich.
Infografiken sollten auf den Punkt kommen, Trends aufzeigen und durch ihr Aussehen Aufmerksamkeit erregen.

Kreativität ist immer gut. Ich möchte dir mit diesem Blogpost keine Grenzen setzen. Probiere aus, was für dich und somit für deine Zielgruppe funktioniert.
Infografiken können witzig gestaltet sein und eine persönliche Note schadet nie.

Das Erstellen kostet jedoch viel Zeit. Wenn du meinst du machst deine Infografik an einem Nachmittag fertig, dann lass es bitte ganz bleiben. Das kann nach hinten losgehen.

Mache dir stattdessen einen genauen Ablaufplan und entscheide dich ob du die Infografik selbst erstellst, die genannten Tools benutzt oder das Projekt komplett auslagerst.

Um einen Überblick von guten Infografiken zu erhalten, schau mal auf der verlinkten Seite vorbei. Die dort von Hubspot gelisteten Infografiken spiegeln verschiedene Stile wider. Eins haben sie jedoch gemeinsam, sie sind hübsch anzusehen 😉

Hast du noch weitere Tipps oder Fragen? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

 

Bis dann, Johannes

 

Quellen CustomerMagnetism

creativebloq kissmetrics

kissmetricsII LH

jeffbullas Neoman Hubspot

 

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