Was ist Inbound Marketing eigentlich? [incl. 19 Fakten]

Inbound Marketing wird immer populärer. Viele Unternehmen registrieren, dass die altmodischen Marketing Kampagnen einfach nicht mehr funktionieren. Zu teuer, zu wenig Erfolg. Doch welche Alternativen gibt es?

Anstatt die Kunden mit Werbung zu nerven und sie andauernd zu unterbrechen, setzt Inbound Marketing auf andere Methoden.

Es stellt dem Kunden kostenlose Informationen zur Verfügung. Wann und ob ein Kunde diese Informationnen lesen will, ist ihm überlassen. Inbound Marketing (oder auch Content Marketing) respektiert die Wünsche der Menschen und bombardiert sie nicht mit ungewollter Werbung.

 

 

Was ist Inbound Marketing

 

Aber fangen wir anders an: Was ist Outbound-Marketing?

 

Outbound Marketing

Outbound-Marketing ist eine nicht mehr zeitgemäße Methode der Neukundengewinnung.

Hierzu gehören zum Beispiel

  • Radio Spots
  • Werbung im Fernsehen
  • Spam Emails
  • Cold-Calling

Das hört sich doch effektiv an, oder? Selbst wenn, kann sich das ein mittelständisches oder kleines Unternehmen mit Sicherheit nicht leisten. Außerdem hat sich das Verhalten und die Macht des Kunden in den letzten Jahren drastisch verändert.

Ich persönlich höre kein Radio mehr, sondern Spotify oder andere Streaming Dienste. Ich schaue kein Fernsehen mehr, sondern YouTube. Falls ich doch mal Fernsehen schauen sollte, dann mit Sicherheit nicht die Werbung. Du auch nicht oder?

Und wenn ich unpersonalisierte Spam emails bekomme, gehen sie ungeöffnet in den Papierkorb. Bei Verkaufsanrufen dauert es bei mir ca. 7 Sekunden bis ich auflege.

Nicht umsonst wird Outbound Marketing auch Unterbrechungs-Marketing genannt.

 

Der Outbout Marketer in seiner natürlicher Umgebung

v.l.n.r Outbound Marketer in Ihrer natürlichen Umgebung und ein genervtes Monster

 

Erkennst du das Verhalten wieder? Dann passe dein Marketing diesem Verhalten an.

 

Der Kunde hat die heutzutage die Möglichkeit traditionelle Werbung bewusst zu ignorieren oder auszublenden.

 

Die Alternative: Inbound Marketing

Wie du dir vielleicht schon denken kannst ist Inbound Marketing das genaue Gegenteil. Den potentiellen Kunden wird geholfen anstatt Sie zu nerven.

Inbound Marketing sorgt dafür, dass der Kunde die Informationen bekommt, die er braucht.

Ein Beispiel: Du fängst im Sommer dein Studium an und möchtest dir einen neuen Laptop zulegen. Du weißt noch nicht genau welcher Laptop für einen zukünftigen Studenten der richtig ist.

Vor dem Kauf suchst du also nach Informationen. Während deiner Recherche auf Google stößt du auf einen Artikel: „Die 10 besten Laptops für Studenten“. Dieser Blog Post wurde von einem Online Elektromarkt geschrieben. Deshalb landest du auf deren Seite. Jeder der 10 besten Laptops ist zum Shop verlinkt. So bekommt der Shop neue Kunden.

Das Kaufverhalten ist hierbei interessant. Es wird nicht nach einem bestimmten Produkt gesucht, wie zum Beispiel ein Macbook, sondern nach Informationen. Das weiß ein Inbound Marketer und macht sich dies zu seinem Nutzen.

 

#InboundMarketing nutzt das veränderte Kaufverhalten für sichClick To Tweet

 

Beim Inbound Marketing hat die Firma die Laptops verkauft einen Blog der den Kunden genau die Informationen zur Verfügung stellt die er braucht. Es wird auf gar keinen Fall aktiv verkauft, sondern geholfen. Newsletter zu relevanten Themen werden zugestellt, eventuell auch ein kostenloses Buch oder ein Webinar. So wird der Besucher während des gesamten Entscheidungsprozesses begleitet.

Auf diese Weise bindest du den Interessenten. Er kehrt immer wieder auf deine Seite zurück. Du gewinnst sein Vertrauen.

 

Drei Monster werden von einem Monster mit einem Magneten angezogen

 

Irgendwann entscheidet sich der Besucher deiner Website zu kaufen. Er hat genügend Informationen gesammelt und weiß was er will. Kauft er bei der Firma die Ihm mit Cold Calling auf die Nerven gegangen ist? Die Ihm tausende irrelevante Verkaufs Emails geschickt hat? Oder kauft er bei jemanden der Ihm geholfen hat?

Als ich das erste Mal während meines Praktikums vom Inbound Marketing gehört habe, ist mir direkt aufgefallen das ich auch den ein oder anderen Kauf durch Blogposts getätigt habe. Kaufe ich ein Handy, schaue ich mir Reviews auf Youtube an. Brauch ich neue Software, wird  nach dem Testsieger gegoogelt.

Mir war nie bewusst das ich „Opfer“ von Inbound Marketing geworden bin. Es fühlte sich nicht so an. Ich bekam nur das geliefert wonach ich gesucht habe. Es hat sich einfach nicht wie Werbung angeführt.

Das war eine grobe Übersicht von der Inbound Marketing Idee. Der ganze Prozess lässt sich in 4 Gruppen einteilen.

 

Die 4 Phasen

 

Die vier Phasen des Inbound Marketings

 

Attract – Traffic für deine Seite

In der ersten Phase geht es darum Traffic zu deiner Seite zu lenken.

 

Kostenlose Informationen sind nutzlos, wenn niemand sie findet.

 

Der Fokus liegt darauf guten Traffic zu bekommen. Es bringt dir nichts wenn 12-jährige auf deiner Seite landen wenn du Sanitäranlagen verkaufst.

Was bringen dir 15.000 Aufrufe pro Monat wenn du 2 Kunden dadurch bekommst. Lieber 5.000 Besucher die deiner Buyer Persona entsprechen und dadurch 10 Neukunden. Wenn du guten, passenden Traffic bekommst, ist die Wahrscheinlichkeit höher dass diese Besucher zu Kunden werden.

Letztendlich musst du dein Produkt oder deinen Service verkaufen.

Um Traffic für deine Seite zu generiere gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Manche kosten Geld, manche nicht.

SEO und Blogging sind kostenlos, AdWords und Werbung auf Social Media sind kostenpflichtig.
Weitere Tipps um mehr Traffic zu bekommen findest du hier.

 

Unbekannte werden zu Besucher verwandelt

 

Convert – Binde deine Besucher an dein Unternehmen

Wenn du Traffic zu deiner Seite hast, geht es darum diesen zu binden. Um weiterhin mit den Besuchern in Kontakt treten zu dürfen, brauchst du deren Informationen. Wenn du Ihre Email Adresse hast, kannst du Ihnen deinen Newsletter schicken.

Sobald der Besucher dir seine Email Adresse gegeben hat, ist diese Phase abgeschlossen. Du hast deinen Besucher zum Lead „konvertiert“. Er ist also kein Unbekannter mehr.

Allerdings geben Besucher nicht einfach so Ihre Email raus. Sind wird mal ehrlich, so toll ist dein Newsletter garantiert nicht. Biete deinen Besuchern also einen Gegenwert, eine White Paper oder ein kostenloses Webinar.

Das steigert deine Chancen neue Leads zu bekommen enorm.

 

Besucher werden durch das Sammeln von Informatinoen zu Leads umgewandelt

 

Close – Informationen die zum Deal führen

Du kennst deinen Besucher. Doch wie verwandelst du deinen Lead zum Kunden? Indem du ihm Informationen zukommen lässt, die er für seine Entscheidung braucht. Bei der Close Phase des Inbound Marketings nutzt du verschiedene Marketing Tools um ihn vom Kauf zu überzeugen.

Mit Hilfe dieser Tools kannst du herausfinden wie weit der Lead in seiner Kaufentscheidung vorangeschritten ist und kannst ihn dementsprechend helfen. Hier gibt es weitere Informationen zu dieser Phase.

 

Leads werden durch Inbound marketing zu Kunden gemacht

 

Delight – Mache Kunden zu deinen Promotern

Du hast deinen Lead zum Kunden gemacht. Glückwunsch. Doch Inbound Marketing hört hier noch nicht auf.

Viele Unternehmen denken immer noch der Marketing-Prozess endet, wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist. Quatsch. Wieso auch? Warum nicht den Kunden zum Promoter machen. Darauf konzentriert sich die letzte Phase.

Du begeisterst deinen Kunden von deinem Produkt oder Service. Er redet positiv über dich, empfiehlt dich weiter.

Was ist mehr Wert als eine kostenlose Empfehlung von einem Kunden?

Kunden werden zu Promoter und Empfehlen dein Unternehmen weiter

Ergebnisse und Fakten

Alles nur Hokus Pokus? Wohl kaum. Inbound Marketing funktioniert. Oftmals wird es als Hype abgetan. Die Ergebnisse sprechen aber für sich.

Versteh mich nicht falsch, Outbound Marketing funktioniert auch. Die Kosten sind allerdings deutlich höher. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben keine Budgets für teueres Outbound Marketing. Durch die immer größer werdende „Macht“ des Konsumenten wird es außerdem immer ineffektiver. Jeder hat durch das Internet mehr Möglichkeiten sich zu informieren und seinen nächsten Kauf genau zu planen. Wir brauchen dazu keine Werbespots mehr.

Bei der nächsten Marketing-Planung sollte Inbound Marketing also durchaus eine Rolle spielen.
Hier ein paar Fakten um dich zu überzeugen:

 

Square2 Fakten

  • 63% der Leute die Informationen von dir wollten, kaufen nicht in den nächsten 3 Monaten
  • 20% brauchen sogar länger als 12 Monate bis zu Kaufentscheidung
  • 3% deiner Zielgruppe ist bereit zum Kauf
  • 40% sind kurz davor
  • 56% sind noch nicht zum Kauf bereit
#InboundMarketing bringt 3x mehr #Leads als Outbound Marketing und verursacht 61% weniger KostenClick To Tweet

Forbes Fakten

  • Die besten B2B Marketer geben 42% des Budgets für Inbound Marketing aus
  • 55% sagen dass SEO Marketing am effektivsten ist
  • 76% wollen noch mehr Content produzieren
  • 88% der B2B Marketer nutzen Content Marketing

 

Hubspot Fakten

  • 61% der Internet Nutzer sammeln vor dem Kauf Informationen
  • 44% der Online Käufer benutzen eine Suchmaschine
  • Unternehmen mit 401-1000 Seiten (Blog) haben 6x mehr Leads
  • 86% der Suchmaschinen Nutzer, lernten etwas das zur Kaufentscheidung beigetragen hat
  • 60% der unbezahlten Klicks wird auf die ersten 3 Suchergebnisse verteilt
  • YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine (noch vor Bing und Yahoo)
  • 50% der Suchmaschinen Nutzer auf Handys hoffen auf ortsgebundene Ergebnisse
  • 61% von den angezeigten, ortsgebundenen Ergebnissen führen zum Kauf
  • Suchmaschinen Leads haben eine Kaufrate von 14.6%, Outbound Leads nur 1.7%

 

Ich könnte noch stundenlang weitermachen, ich denke aber das reicht um dein Interesse am Inbound Marketing geweckt zu haben 🙂

Fazit

Inbound Marketing funktioniert und du solltest es dir genauer anschauen. Im Gegensatz zum klassischen Outbound Marketing wird der potentielle Kunde nicht unterbrochen oder sogar genervt. Er bekommt die Informationen die er braucht, wann er sie braucht und in welchem Format. Mit den 4 Phasen des Inbound Marketings begleitest du deinen Kunden von erstmaligen Besuch deiner Seite, bis zum Kauf und sogar darüber hinaus.

Wenn du gerade erst auf das Thema gestoßen bist, schau dich ruhig auf meinem Blog um und lass mich wissen wenn du Fragen hast. Ich hoffe ich konnte dir einen ersten Überblick verschaffen.

 

Bis dann,  Johannes